Tipp 1: Festlegen der Formatvorlagen
Am einfachsten ist es, wenn du deine Formatvorlagen festlegst, bevor du zu schreiben beginnst. Bist du schon mittendrin im Schreibprozess oder sogar fertig, dann kannst du sie auch im Nachhinein definieren. Das ist aber meist mit etwas Zeitaufwand verbunden.
Zu Beginn legst du deine Hauptvorlagen fest und stellst dir folgende Fragen:
- Wie sollen meine Kapitelüberschriften (H1, H2, H3) aussehen? Sei kreativ, wähle aus, was am besten zu dir, deinem Buch und natürlich zu deiner Zielgruppe passt. Verwende deine festgelegte Schriftart für das gesamte Manuskript. Jede Kapitelüberschrift in einer anders formatierten Schriftart ist definitiv ein No-Go
- Welche Schriftart soll es werden? Ob du eine Schriftart mit Serifen oder ohne nimmst, bleibt dir überlassen. Beachte aber, dass diese auch mit den Unterüberschriften zusammenpassen und vor allem leserlich sein sollte. Kalligrafische Schriftarten sind zwar schön, aber oft unleserlich. Vorsicht bei Umlauten: Nicht jede Schriftart ist für jeden Buchstaben der deutschen Sprache verfügbar.
- Wie groß sollen die Kapitelüberschriften sein? Am besten ist, wenn sich deine Überschrift auf maximal zwei Zeilen beschränkt. Optimal wäre natürlich eine Zeile.
- Hast du dir schon Gedanken über deinen Fließtext gemacht? Hierfür eignet sich am besten die Formatvorlage »Standard«. Darin kannst du deine Schriftart, die Schriftgröße und den Zeilenabstand festlegen. Dein Fließtext sollte immer in einer Serifenschrift geschrieben sein. Vergiss nicht: In einem Buch ist die erste Zeile eines jeden Absatzes eingezogen. Das gilt jedoch nicht für den ersten Absatz im Buch, in einem neuen Kapitel oder in einer neuen Szene.
Drei gut leserliche Schriften sind zum Beispiel:
- Garamond
- Sabon
- Mignon
Jetzt fehlen nur noch die Formatvorlagen für deine Hervorhebungen. Damit meine ich jene Elemente, die sich in deinem Manuskript oft wiederholen:
- kursive Hervorhebungen
- fette Hervorhebungen
- E-Mails, SMS, Zitate
- Aufzählungen
Und was war da jetzt noch mal mit den Zeilenabständen? Finde ein für dich passendes Mittelmaß, die Zeilen dürfen weder zusammenkleben, noch sollen Welten dazwischen liegen. Mein Tipp: ein Abstand zwischen 1,2 und 1,5.
Du liebst bunte Farben? Ich auch! Aber bitte nicht im Manuskript. Nicht jeder kennt dein Buch so gut wie du. Farbige Passagen oder Überschriften verwirren.
Eines der wichtigsten Dinge bei einem Buch ist die Einheitlichkeit. Entscheide dich zum Beispiel im Voraus, wie deine Anführungszeichen aussehen sollen und verwende diese im gesamten Manuskript. Abweichungen können bei deinen Leserinnen und Lesern für Verwirrung und Frustration sorgen. Und wir wollen ja nicht, dass sie wegen so etwas dein Buch zur Seite legen und das Lesen unterbrechen, oder?
Versuche, einzig mit diesen festgelegten Formatvorlagen zu arbeiten. Wenn dir etwas fehlt, füge einfach eine neue hinzu. Du wirst sehen, wie viel Arbeit du dir durch einen kurzen Klick ersparst.
Je mehr du im Text veränderst, desto mehr unerwünschte Formatvorlagen bekommst du und dein Dokument wird unübersichtlich. Ziel ist es, dass du – wenn du das Feld mit den Formatvorlagen aufklappst – wirklich nur die Vorlagen dort stehen, die du auch festgelegt hast. Eine richtig gute Anleitung zum Thema Formatvorlagen findest du hier.
Und jetzt fragst du dich sicher: Warum das Ganze?
- Deine Lektorin oder dein Lektor finden sich im Dokument besser zurecht und wissen, wo was hingehört und was du damit ausdrücken möchtest.
- Gleiches gilt für deine Setzerin oder deinen Setzer, falls dein Buch kurz vor der Veröffentlichung steht.
- Kurz gesagt: Dein Manuskript ist übersichtlich, technisch sauber und Hoppalas werden vorgebeugt. Wer wünscht sich nicht ein fehlerfreies Buch?
Tipp 2: Vorbereitung & Kommunikation
Du möchtest, dass sich deine Lektorin oder dein Lektor einige Passagen genauer ansieht? Dass sie dir beim Ausarbeiten einer bestimmten Figur helfen oder dir Feedback zu deinem Plot geben? Alles kein Problem. Schreibe dir am besten im Vorfeld jene Punkte zusammen, auf die sich deine Lektorin oder dein Lektor konzentrieren sollen. Bei eurem ersten Gespräch oder Telefonat könnt ihr diese dann Schritt für Schritt durchgehen und eure Zusammenarbeit besprechen. 😊
Tipp 3: Ist dein Manuskript fertig?
Bist du dir auch wirklich sicher, dass dein Manuskript fertig ist? Haben deine Lektorin oder dein Lektor bereits mit dem Lektorat begonnen, ist es nicht ratsam, wenn du täglich neue Versionen des Manuskripts schickst, auch wenn du »nur noch schnell etwas geändert hast«. Dadurch verlierst nicht nur du, sondern auch deine Lektorin oder dein Lektor den Überblick und die ganze Arbeit war umsonst. Lieber einmal etwas länger warten als zu früh losschicken.
Beachtest du diese drei Tipps, kann so gut wie nichts mehr schiefgehen und dein Manuskript ist auf dem besten Weg … zu allem zu werden, was du dir wünscht.